C-36

Der zweisitzige Fernaufklärer und Jagdbomber C-36 ist eine Schweizer Entwicklung. Konzipiert in der Konstruktionswerkstätte Thun, wurde die Maschine bei F+W Emmen, Dornier Altenrhein und der Pilatus AG in Stans gefertigt. Insgesamt 144 C-3603 konnten zwischen 1942 und 1948 an die Schweizer Fliegertruppe abgeliefert werden. Die C-36 standen ab 1942 zehn Jahre lang als zweisitziger Fernaufklärer und Erdkämpfer im Einsatz. Die C-36 war mit einer Motor-Kanone, Flügel MG, sowie einem schwenkbaren Beobachter MG ausgerüstet. Als Aufklärer wurde die C-36 während des Krieges in Luftkämpfe verwickelt. Mit Spreng- und Brandbomben ausgerüstet, wurde mit der C-36 bis in die sechziger Jahre der Bombenabwurf trainiert. Das mit einem 975 PS Motor ausgerüstete Mehrzweckflugzeug erreicht eine Maximalgeschwindigkeit von 465 km/h und galt bereits bei der Indienststellung als veraltet. Die Flugzeugbeschaffung aus dem Ausland gestaltete sich durch den Kriegsverlauf äusserst schwierig, lediglich 12 Messerschmitt Me 109G konnten angeschafft werden, die mit einer Maximalgeschwindigkeit von 620 km/h der C-36 deutlich überlegen waren.

1946 Umbau zu Schleppflugzeug mit Rohr auf Rumpfoberseite. Die aus den Versuchen vorgenommenen Verbesserungen am Schleppsystem waren positiv. Die neue Schleppwinde war eine Weiterentwicklung von jener der DMP Dübendorf, die bereits 1939 entworfen worden war. Diese neue Winde wurde von der Firma Naef in Fischenthal weiterentwickelt. Die wichtigsten Verbesserungen waren Schleppsack und Ausstoss auf Rumpfoberseite durch ein Rohr, Windenantrieb über den seitlich am Rumpf angebrachten 6-Blatt-lmpeller. Die Kappvorrichtung war so angeordnet, dass in Notfällen auch der Pilot sie betätigen konnte. Es wurden 1946 zwanzig Flugzeuge in den Farner-Werken, Grenchen, umgebaut und mit dem Silberanstrich sowie roten Balken versehen. Festgehalten ist nur noch der Umbau der folgenden Maschinen: C-411, C-447, C-477, C-4A9, C-493, C-495, C-499, C-500, C-501, C-502, C-503, C-507, C-548.

1953 Umbau zu Schleppflugzeug mit neuem Windensystem vom Typ SZW 52, bei deren der Schleppsack nach unten ausgestossen wurde. Man baute vierzig Einheiten im F+W Emmen um. Alle umgebauten Flugzeuge wurden auf die Silberfarbe mit roten Balken um gespritzt. Sie leisteten ausgezeichnete Dienste, bis die altersschwachen Motoren 1970 eine Ausmusterung erzwangen.

Es konnten noch folgende Nummern der umgebauten vierzig Flugzeuge festgestellt werden.C-411, C-447, C-464, C-469, C-482, C-483, C 486, C-493, C-494, C-495, C-497, C-498, C-499, C-500, C-502, C-503, C- 505, C-506, C-508, C-509, C-523, C-529, C-532, C-533, C-535, C-541, C-543. C-544, C- 541, C-544, C-550, C-551, C-552, C-555, C-556. C-577, C 558.

Mit Beginn des Jet-Zeitalters wurden die Flugzeuge zurückgezogen; nur 60 blieben für Spezialaufgaben erhalten. So diente die C-36 als Zielflugzeug, aber auch im Katastrophen- und Rettungseinsatz. Hierfür wurden 20 Maschinen mit Abwurfcontainern ausgerüstet, die vor allem im Winter erfolgreich eingesetzt wurden. Mit der Einführung der Helikopterflotte haben die Leichtfliegerstaffeln diese Aufgabe übernommen.

Immatrikulation:

1 C-3601 Baujahr 1939 C-1 1. Prototyp. Absturz bei Überflug von K+W Thun nach Dübendorf am 20.8.1939 in der Nähe von Konolfingen BE
1 C-3602 Baujahr 1939 C-2 2. Prototyp. Nach der Erprobung ging das Flugzeug an den Hersteller K+W zurück im Einsatz von 1940 bis 1940
10 C-3603 Baujahr 1942 C-401 bis C-410 Null Serie im Einsatz von 1942 bis 1952 als Kampfflugzeug
142 C-3603-1 Baujahr 1942 C-411 bis C-552   im Einsatz von 1942 bis 1952 als Kampfflugzeug
2 C-3603-1 Tr Baujahr 1945 C-553 bis C-544 Trainer mit Doppelsteuer im Einsatz von 1945 bis 1974
1 C-3603-1 Schlepp Baujahr 1942 C-501 Umbau zu Schlepp. 1. Musterumbau im Einsatz von 1942 bis 1987
20 C-3603-1 Schlepp Umbau 1946 Zwischen C-411 und C-560 Umbau zu Schlepp im Einsatz von 1946 bis 1987
13 C-3604 1946 C-601 bis C-613   im Einsatz von 1946 bis 1956
6 C-3603-1 1948 C-555 bis C-560 aus Ersatzteilen im Einsatz von 1946 bis 1956
1 C-3603-1 Schlepp-Leucht Umbau 1946 C-447 als Schlepp für Nachtschiessen im Einsatz von 1946 bis 1973
40 C-3603-1 Schlepp Umbau 1953 zwischen C-411 und C-558   im Einsatz von 1946 bis 1987
20 C-3603-1 Lastenträger Umbau 1953 zwischen C-482 und C-530   im Einsatz von 1946 bis 1965
13 C-3604 1946

C-601 bis C-613

  im Einsatz von 1946 bis 1956
24 C-3605 Umbau 1970 zwischen C-464 und C-558   im Einsatz von 1970 bis 1987

Der C-36 diente in den Fliegerstaffeln.

Flieger Kp 1 C-35 ab 1942 bis 1943 C-3603 Morane D-3800
Flieger Kp 2 Me-109 ab 1942 bis 1943 C-3603 Morane D-3801
Flieger Kp 3 C-35 ab 1944 bis 1952 C-3603  
Flieger Kp 10 C-35 ab 1942 bis 1941 C-3603 Morane D-3801
Flieger Kp 11 C-35 ab 1942 bis 1949 C-3603 De Havilland Vampire
Flieger Kp 16 C-35 ab 1942 bis 1952 C-3603 Mustang P-51
Flieger Kp 17 C-35 ab 1945 bis 1950 C-3604 Morane D-3803

C-36 Unfälle

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11.8.1939 C-3601 C-1 1 .Prototyp. Absturz des Prototyps C-3601 nördlich von Herbligen BE. Oblt E. Wyss KTA Fl Kp 18
6.6.1942 C-3603 C-401 Absturz bei Kirchdorf/Gerzensee BE. Flugzeug zerfällt bei Testflug. † Hptm J. Roubay (Pil) KTA Kdt Fl Kp 6, † Lt. H. Enderli Pil, Pax) Fl Kp 11
10.11.1942 C-3603 C-425 Absturz Tülersee ZH. † Lt A. Hitz Fl Kp 17
24.5.1943 C-3603 C-440 Absturz Tiefflugangriff in Holderbank SO. † Lt F. Weibel (Pil) Fl Kp 10, † Oblt E. Wälti (Bo) Fl Kp 10
8.6.1943 C-3603 C-421 Kollision mit Bücker A-79 die C-3603 C-421 konnte in Payerne landen. Lt L. Niggli (Pil) Fl Kp 1, Lt A. Burger Fl Kp
24.8.1943 C-3603 C-490 Absturz bei Handgranaten Abruf beim Flugplatz in Payerne. Nach Abwurf explodierte ein Teil der Handgranaten. † Hptm R. Itten (Pil) UeG, † Oblt K. Hunziker UeG
26.8.1943 C-3503 C-478 Absturz Wasseroberfläche touchiert Greifensee ZH. † Hptm L. Boudry (Pil) Kdt Fl Kp 5, † Oblt L. Beckert (Bo) Fl Kp 2
24.11.1943 C-3603 C-421 Absturz Südhang des Grossen Lohner BE. † Lt P. César (Pil) Fl Kp 2, † Oblt R. Braissant (Bo) Fl Kp 2
27.12.1943 C-3603 C-511 Notlandung westlich von Biasca starke Beschädigung.  
2.2.1944 C-3603 C-432 Absturz Kontrolle über das Flugzeug verloren Trimbach SO. † Wm A. Haug (Pil) UeG, † Hptm W. Kägi (Bo) UeG
25.3.1944 C-3603 C-465 Absturz nach touchieren von Bäumen am Brünigpass. † Hptm W. Wagner (Pil) Instr Of Kdt Fl Kp 17, † Maj i Gst J. Walker (Pax) Instr Of Stab Fl
12.1.1945 C-3603 C-516 Fehlstart in Saanen. Flugzeug repariert  
25.1.1945 C-3603 C-513 Absturz bei Niedemuhlern BE. † Oblt M. Nussbaumer (Pil) Fl St 2, † Oblt Ch. Lüthy (Bo) Fl St 2
2.3.1945 C-3603 C-504 Absturz am Nordhang des Stockhorns BE. † Lt M. Hardmeyer (Pil) UeG, † Gfr J. Küntler (SchlM) DMP
6.6.1945 C-3603 C-526 Absturz Oberglatter Allmend Flughafen Kloten ZH nach Explosion in der Tragfläche. † Oblt E. Renaud (Pil) UeG, † Oblt G. Zaugg (Bo) UeG
22.8.1945 C-3603 C-448 Absturz Flugplatz Sion VS. Oblt P. Rosenmund Fl St 21
27.8.1945 C-3603 C-444 Kollision mit C-3603 C-520 Mon GR. † Oblt W. Otz (Pil) Fl St 10, † Oblt H. Buchter (Bo) Fl St 10
27.8.1945 C-3604 C-520 Kollision mit C-3603 C-444 Westhang des Motta Palousa GR. Oblt H. Hotz Fl St 10
2.10.1945 C-3603 C-414 Absturz Telefonleitung übersehen Simplon VS. † Oblt G. Fischerbacher (Pil) Fl St 2, † Lt E. Schmid (Bo) Fl St 2
29.8.1946 C-3603 C-538 Absturz bei schlechtem Wetter in den Sensegraben Schwarzenberg BE. † Lt P. Vogt (Pil) Fl St 17, † Oblt HU. Grimm (Bo) Fl St 17
9.9.1947 C-3603 C-540 Absturz Gletternes FR. Pilotenanwärter rettet sich mit Fallschirm nach einer Vrille. Kpl Moser PA
13.4.1948 C-3603 C-522 Bauchlandung in Meiringen, Flugzeug repariert  
5.5.1948 C-3603 C-524 Absturz Dailly VS. † Oblt C. Brémond UeG
12.5.1948 C-3603 C-462 Absturz Oberegg AR. † Kpl H. Giger (Pil) Fl St 17, † Lt E. Brühlmann (Bo) Fl St 16
25.4.1949 C-3603 C-491 Bei einer Beobachtungsaufgabe abgeschmiert Absturz Sirnach TG. † Wm H. Umiker (Pil) UeG, † Oblt W. Frickart (Bo) UeG
6.3.1950 C-3603 C-477 Kollision mit Haus Flugplatz Mollis GL. Oblt Schmid (Pil) ZFK, W. H. (SchlM) DMP
14.8.1950 C-3603 C-450 Absturz Anzeindaz VD. † Kpl C. Aellen PA
19.9.1950 C-3604 C-604 Absturz Werthenstein LU, oberer Staldigwald. Absprung im letzten Moment. Fw M. Dübendorfer UeG
20.4.1951 C-3603 C-510 Notlandung beim Flugplatz Payerne VD. Oblt Zürcher Fl St 17
24.9.1951 C-3603 C-546 Kollision mit C-3603 C-545 zwischen Biberen BE und Gempenach FR. † Lt W. Frei (Pil) Fl St 10, Wm Z. (Bo) Fl St 10
24.9.1951 C-3603 C-545 Kollision mit C-3603 C-546 zwischen Biberen BE und Gempenach FR. † Wm H. Kaiser Fl St 10
5.3.1953 C-3603 C-507 Landeunfall Saanen. Oblr Geiger
19.8.1953 C-3603 C-470 Absturz aus der Startkurve beim Flugplatz Ambri-Piotta TI. † Oblt J. Nauer ZFK
19.10.1956 C-3603 C-532 Kollision mit Lastwagen auf dem Flugplatz Samaden GR. Oblt R. Schärer (Pil) ZFK, † E. Egli SchlM DMP
15.2.1961 C-3603 C-544 Startunfall Flugplatz Samaden GR. Adj Uof B. (Pil) ZFK 5, H. M. (SchlM)
28.2.1963 C-3603 C-543 Beim Start ausgebrochen Flugplatz Sion VS. Besatzung unverletzt. Oblt Gfeller (Pil), A. Parvex (SchlM)
04.5.1964 C-3603 C-411 Flugplatz Samedan, Zielschleppflug überrollen der Piste, Totalschden  
11.11.1969 C-3603 C-556 Kollision beim Rollen mit Vampire J-1123 Flugplatz Sitten VS. Oblt Chatelain Stab Gz Div 2/ZFK 5
17.4.1970 C-3603 C-506 Landeunfall in Samedan Fahrwerk nicht ausgefaheren Adj Uof N. (Pil), F. L. (SchlM)
26.2.1971 C-3603 C-548 Absturz Flugplatz Samaden GR. Überschlag im Schnee. Oblt R. (Pil) ZFK 5, A. F. (SchlM) AMF
8.5.1973 C-3603 C-500 Startunfall in Ulrichen, VS. Kopfstand. Oblt Pilloud, Berthouzoz (SchlM)
22.7.1976 C-3605 C-498 Landeunfall in Dübendorf Hptm A. Grundisch
29.9.1980 C-3605 C-539 Tod bei Kollision mit Fahrzeug. Oblt S. (Pil) ZFK 5, F.K. (SchlM), † L. Gianola (Fahrzeug)
18.7.1981 C-3605 C-529 Absturz Vernayaz VS. Notlandung wegen Vogelschlag. Oblt M. Kramer Stab Flpl Abt 10
14.8.1985 C-3605 C-509 Notlandung infolge Triebwerksausfalls bei Bad Ragaz, SG. Kopfstand. Fw R. Brunold (pil), Oblt Brändler